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14. Oktober 2017

Die Giftschlammgrube Brüchau muss weg!

Wir Grünen sind für die heutige Aktion gegen die Giftschlammgrube bei Brüchau sehr dankbar. Dankbar den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, der Bürgerinitiative, Herrn Lödcke und dem Ortschaftsrat Kakerbeck, Herrn Bammel, Herrn Kamit und Herrn Bürgermeister Ruth von der Stadt Kalbe. Dankbar dafür, dass unsere Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking unnachlässig seit Jahren an diesem Thema arbeitet.

Für uns ist es bewundernswert, dass die Menschen, die diesen Skandal über viele Jahre vor der Haustür haben, nicht müde gewordenen sind und weiter kämpfen. Ohne dieses Engagement hätten wir heute nicht zusammen mit rund 200 Menschen für die schnelle Räumung der Deponie demonstriert.

Ein entscheidendes Kriterium sind die Sorgen der Einwohnerschaft. Um ihre Gesundheit geht es schließlich. Deshalb ist für uns Grüne klar: unabhängig von den Untersuchungsergebnissen ist die Grube eine tickende Zeitbombe, und in der Bevölkerung gibt es ein Grundunwohlsein und berechtigte Sorgen. Deshalb muss die Grube weg!

Es ist gut, wenn jetzt analytisch untersucht wird, was in welcher Menge abgekippt und eingelagert wurde, um den sichersten Entsorgungsweg festlegen zu können.

Und was die Pumpversuche zur Dichtigkeit angeht: Wir halten diese für nicht erforderlich – für irrelevant – aber wir stellen uns nicht dagegen.

Der friedlich aussehende Tümpel in Brüchau ist keine „Bohrschlammdeponie“. Wir haben es hier nicht mit ungefährlichem Gesteins- und Bodenaushub zu tun. Sondern mit radioaktiven Rückständen aus der Gasreinigung, Reinigungsschlämmen, radioaktivem Schrott, Rückständen der Düngemittelproduktion. Mit Quecksilber, Arsen, Zyanid, Radium-226 und weiteren hochgefährlichen Stoffen zu tun.

Bei der Entsorgung darf Geld keine Rolle spielen. Die Menschen vor Ort, die Bürgerinitiative, der Protest: sie alle dürfen sich nicht durch Finanzierungsdebatten abbringen lassen. Wir haben genügend Rückstellungen für die Altlastenentsorgungen in Sachsen-Anhalt.

Entscheidend ist unsere gemeinsame Sorge für sauberes Grundwasser, eine intakte Umwelt und eine lebenswerte Altmark – unsere Heimat!