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28. Juli 2015

Flüchtlinge in ehemaliger Kollwitz-Schule: Dezentrale Unterbringung forcieren

Zur geplanten zentralen Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden im ehemaligen Kolwitz-Gymnasium in Salzwedel, erklärt Christian Franke, Sprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Altmarkkreis Salzwedel und Stadtrat in Salzwedel:

„Die Unterbringung von Flüchtlingen in der Salzwedeler Kernstadt ist ein richtiger Schritt hin zu einer vertretbaren Unterbringung von Flüchtlingen im Altmarkkreis. Die Lage der geplanten Unterkunft bietet einen guten Zugang zu Behörden, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten. Damit steht sie im klaren Kontrast zur Gemeinschaftsunterkunft (GU) auf dem Fuchsberg außerhalb der Stadt, wo Besorgungen nur über das Rufbussystem möglich sind und der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung nur schwer möglich ist. Ein Zustand, der für uns gegen eine Fortführung der Unterbringung in der dortigen GU spricht.

Auch wenn die Hoffnung groß ist, dass die neue GU eine Verbesserung zur jetzigen Situation im Raum Salzwedel darstellt, sollte das Ziel die komplette dezentrale Unterbringung in Wohnungen nicht aus den Augen verloren werden. Allen Landkreisen und kreisfreien Städten werden Flüchtlinge und Asylsuchende zugewiesen. So u.a. der Stadt Dessau-Roßlau, die ganz ohne Gemeinschaftsunterkunft auskommt. Dort werden direkt Wohnungen bereitgestellt.

Der Wohnungsleerstand sollte dieses Vorgehen auch in der Altmark ermöglichen. Das wäre die Inklusion, die wir brauchen und es wäre ein deutliches Signal dafür, dass wir Menschen, die unsere Hilfe benötigen, weil sie vor Krieg, Gewalt und Elend zu uns fliehen, mit offenen armen empfangen. Jeder zusätzliche Mensch in der Altmark ist eine Bereicherung!

Wir müssen den Flüchtlingen, die mit eigenen und vielfältigen Talenten und Vorstellungen zu uns kommen, eine Perspektive bieten und Austausch mit den alteingesessenen Altmärkern fördern. Wenn man die Diskussionen in den sozialen Medien verfolgt, kann sich der Eindruck aufdrängen, dass es auch eine ganze Reihe integrationsunwillige Altmärker gibt.

Mein großer Dank gilt den Menschen, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zur Wehr setzen und Flüchtlingen direkt und unkompliziert helfen. Hier sei beispielhaft das neue Netzwerk Flüchtlingshilfe genannt, welches von Christine Dietmann und Jörg Bieber geleitet und von Irene Liedtke unterstützt wird, sowie die Arbeit der freiwilligen Helfer in Gardelegen und im Mehrgenerationenhaus Salzwedel, wo u.a. Deutschkurse angeboten werden.“