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29. März 2017

Mehr Tierwohl: Sauen müssen sich bewegen können

Heute eröffnet die sachsen-anhaltische Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert einen neuen Deckstall im Tierhaltungszentrum Iden (Altmark). In diesem Stall sollen die Sauen nach der Besamung in Gruppen gehalten werden und nicht mehr wie bisher in Einzelhaltung in engen Metallkäfigen, die als Kastenstände bezeichnet werden. Dazu äußert sich Dorothea Frederking, agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Es ist zu begrüßen, dass die Lehrwerkstatt für Schweinehaltung in Iden nun beginnt, mehr Tierwohl praktisch umzusetzen und den Sauen Bewegungsfreiheit und Kontakte zu anderen Tieren zu gewähren. Das muss perspektivisch überall Standard werden.“

„Kastenstände sind nicht tiergerecht, da sich die Sauen kaum bewegen und sie ihr Sozialverhalten nicht ausleben können. Die Nutzung der Kastenstände über einen Zeitraum von 28 Tagen nach der Besamung darf es in Zukunft nicht mehr geben. Sie dürfen höchstens für wenige, unmittelbar mit der Besamung zusammenhängende Tage genutzt werden. Es ist gut, dass die Agrarministerkonferenz in dieser Woche einen Beschluss fassen will, Sauen in Zukunft nur noch in Gruppen zu halten.“

„Bis die Gruppenhaltung für Sauen im Deckzentrum realisiert ist, muss überall das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Magdeburg umgesetzt werden, sodass die Sauen im Liegen ihre Beine ungehindert und verletzungsfrei ausstrecken können. Ich kann einige Sauenhalter und die Initiative von Dr. Dirk Hesse nicht verstehen, die die Reformen für mehr Tierwohl kritisieren. Wer die Beendigung von tierquälerischen Haltungsbedingungen für Sauen derart boykottiert, stellt das Wohl der Tiere nicht in den Vordergrund und hat die Rechtslage nicht verstanden.“