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11. Dezember 2017

Radtourismus im Landkreis Stendal voranbringen: Qualitätsoffensive für den Altmarkrundkurs

Der Altmarkrundkurs, der als überregionaler Radweg auf rund 500 km durch die gesamte Altmark führt, ist mittlerweile in die Jahre gekommen und hat an manchen Streckenabschnitten erheblichen Sanierungsbedarf.

Die Fraktion DIE LINKE – Bündnis 90/Die Grünen fordert nun in einem Antrag, dass der Kreistag sich ein Gesamtbild vom Zustand dieser touristischen Infrastruktur verschafft, über bereits erfolgte und noch notwendige Sanierungen und den damit verbundenen Finanzierungsbedarf. Der Altmarkrundkurs war kurz nach der Wende das erste gemeinsame Projekt der altmärkischen Landkreise und des Tourismus in der Altmark. Manche Abschnitte sind mittlerweile in einem schlechten Zustand.

Auf Kosten der touristischen Qualität gespart

Bei der Sanierung muss die Erhaltung der touristischen Qualität im Vordergrund stehen, fordern Linke und Grüne in ihrem Antrag. „Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber wie die Erfahrung im Landkreis Stendal zeigt, wird leider auch auf Kosten der touristischen Qualität gespart“, erklärt Susanne Bohlander, bündnisgrünes Mitglied im Kreistag des Landkreises Stendal.

So wurden durch die Natur führende touristisch attraktive Streckenabschnitte vom Landkreis entwidmet, weil diesem die Unterhaltungskosten zu hoch waren. Etwa zwischen Seehausen und Osterburg, wo der Altmarkrundkurs jetzt nicht mehr durch die Dörfer und durch Wald verläuft, sondern entlang der Bundesstraße 189, auf einem zwar asphaltierten, touristisch aber gänzlich unattraktiven Radweg. „Das entspricht nicht der Zielsetzung dieser touristischen Infrastruktur und reduziert erheblich ihre Qualität“, erläutert Susanne Bohlander.

„Wer in seiner Freizeit unterwegs ist, will nicht möglichst schnell, sondern möglichst erlebnisreich und angenehm unterwegs sein und ganz bestimmt nicht begleitet von Abgasen und Autolärm einer Bundesstraße.“

Der Landkreis hat sich in seinem aktuellen Kreisentwicklungskonzept das Ziel gesetzt, das Radwegenetz zu entwickeln, um damit die bestmögliche Grundlage für den Radtourismus zu schaffen. Deshalb ist es richtig und notwendig, jetzt diese Qualitätsoffensive für den Altmarkrundkurs zu starten. Vieles wurde bereits getan. Der Kreistag braucht aber ein Gesamtbild, um sich einen Überblick über den nötigen Finanzierungsbedarf zu verschaffen. Gute Beispiele für eine gelungene Sanierung am Altmarkrundkurs gibt es z.B. bei Havelberg, wo der Altmarkrundkurs mit Betonspurbahnen dauerhaft vorbildlich saniert wurde.

Zusammenarbeit mit Tourismusverband Altmark und ADFC gefordert

Die Fraktion DIE LINKE – Bündnis 90/Die Grünen wird dem Kreistag vorschlagen, zusammen mit dem Tourismusverband Altmark und zusammen mit den Radexperten vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub e.V. (ADFC) einen Überblick über den Sanierungsbedarf zu erarbeiten. Wo muss saniert werden, wie kann das zeitgemäß und ohne hohe Folgekosten geschehen, wo können für die touristische Entwicklung nachteilige Umverlegungen korrigiert werden und welche weiteren Maßnahmen sind notwendig, damit der Altmarkrundkurs auch über die Grenzen der Altmark hinweg bekannt wird?

Der Altmarkrundkurs schließt an die deutschlandweit beliebten Radwanderrouten Elberadweg und Havelradweg an. Mit seiner abwechslungsreichen Strecke hat diese überregionale Radroute das Potential, noch weit mehr Radtouristen als bisher in die Altmark zu bringen.

Der Antrag steht in der kommenden Kreistagssitzung am 14.12. auf der Tagesordnung.