Pressemitteilung: Wir möchten uns bei Landrat Patrick Puhlmann für sein besonnenes Verhalten gegenüber den Baumbesetzer*innen im Seehäuser Wald bedanken.

Folgende Pressemitteilung hat unsere  Seehausener Stadträtin Susanne Bohlander herausgegeben:

Der Landrat setzt auf Deeskalation und Dialog und bemüht sich um eine gewaltfreie und einvernehmliche Lösung. Das begrüßen wir ausdrücklich. Auch aus unserer Sicht ist eine zwangsweise Räumung des Waldcamps eine sehr hohe Eskalationsstufe, die möglichst vermieden werden sollte. Der Landrat hat außerdem klargestellt, dass die rechtlichen Anforderungen an eine zwangsweise Räumung aus gutem demokratischen Grund sehr hoch liegen und er sich als Landrat an die rechtlichen Vorgaben zu halten hat. Er erfüllt damit seine Pflicht als oberster Dienstherr der Landkreis-Verwaltung in vorbildlicher Weise.Im Gegensatz dazu äußern sich CDU- und CDU-nahe Kommunalpolitiker*innen abwertend und diffamierend über den friedlichen Protest der Klimaaktivist*innen auf Facebook und Twitter und wollen offenbar eine Räumung des Camps, egal ob rechtlich zulässig oder nicht.

Wir fordern diese Kommunalpolitiker*innen und Amtsträger*innen auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und solche diffamierenden Äußerungen in den sozialen Medien zu unterlassen. Derartige Äußerungen können als Aufforderung zur Gewalt verstanden werden. Gewaltbereite und offenbar alkoholisierte Männer vermutlich aus der rechtsextremen Szene haben die Baumbesetzer*innen in ihrem Camp wiederholt bedroht. Diese Männer bedrohten die Aktivist*innen auch im Seehäuser Bahnhof, wo einige der jungen Leute derzeit wohnen und die lange leerstehenden Räumlichkeiten wieder herrichten und aufräumen.Beim Waldcamp im Seehäuser Forst handelt es sich um einen friedlichen Protest.

Die Klimaaktivist*innen achten darauf, dass sie den Wald, den sie schützen wollen, nicht durch unachtsames Verhalten gefährden. Davon können sich auch die Einwohner*innen aus der Umgebung überzeugen. Immer sonntags um 15 Uhr ist Besuchszeit im Waldcamp . Die Baumbesetzer*innen laden zu Besichtigung und Gespräch ein.Mit ihrer Forderung „Verkehrswende jetzt!“ haben die Klimaschutz-Aktivist*innen ein berechtigtes Anliegen. Die A 14, die den Verkehr in der Altmark verdoppeln und verdreifachen soll und wertvolle Natur und Landschaft zerstört, darunter den Seehäuser Wald, passt nicht mehr in unsere Zeit und ist kontraproduktiv für sämtliche Klimaschutzziele. Wir haben jetzt die Chance, auf die neuen Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren und den alternativen Ausbau der B 189 zu prüfen. Der 3- oder 4-spurige Ausbau der Bundesstraße wurde in all den Jahren aus ideologischen Gründen nie geprüft.Die Klimaaktiviste*innen im Waldcamp protestieren gegen die A 14 auf ihre Weise. Sie werden unterstützt durch die Initiative KeineA14, die Mitglied im Bündnis Verkehrswende Elbe-Altmark ist.

Die Initiative KeineA14 und das Bündnis Verkehrswende-Elbe-Altmark setzen sich für zukunftsfähige Lösungen und Alternativen zum reinen Ausbau der Straßen-Infrastruktur und damit für eine nachhaltige Regionalentwicklung ohne Autobahnbau ein. Dabei werden sie von dem Naturfreunde-Verband vor Gericht unterstützt. Für die Klage gegen den Abschnitt Osterburg-Seehausen kamen bereits 20.000 Euro Spendengelder zusammen.

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