Pressemitteilung zur Berichterstattung der lokalen Presse – Dialog und Verhältnismäßigkeit in A14-Debatte

von Susanne Bohlander und David Elsholz

Auch Kommunalpolitiker*innen, vor allem in der männlichen Form, sind ja nur Menschen. Und in Lockdown-Zeiten verbringt mancher auch viel Zeit vorm Fernseher. Wir fragen uns: Haben die von ihnen befragten Kommunalpolitiker*innen zu viele Western-Filme gesehen? Da sagt einfach der Sheriff, was gemacht wird, nach dem Motto: Das Gesetz sind wir! Anders können wir uns die von deer lokalen Presse zitierten Aussagen der Herren Kommunalpolitiker nicht erklären. Und die ausschließlich männliche Form ist hier leider berechtigt, denn die AZ hat erstaunlicherweise nur Männer befragt.

Es ist erschreckend, wie unreflektiert und hemmungslos diese Bürgermeister sich aus ihren Emotionen heraus äußern und jede Sachlichkeit vermissen lassen. Sie rufen nach Räumung des Waldcamps, als ob das Camp sofort und in einer Hauruck-Aktion einfach geräumt werden könne und nicht nach Recht und Gesetz vorgegangen werden muss. Sie sollten sich darüber klar werden, welche Wirkung solche öffentlichen Äußerungen haben können und dass sie sich als Amtsträger*innen mit solchen höchst unsachlichen Äußerungen zurückhalten sollten. Die Aktivist*innen im Waldcamp wurden bereits wiederholt von aggressiven, angetrunkenen Männern bedroht, die Bier trinkend und Zigaretten rauchend im Camp herumstanden und die Aktivist*innen anpöbelten. Auch im Seehäuser Bahnhof, den die Klima-Aktivist*innen derzeit herrichten und aufräumen, gab es Einbrüche. Hier werden Menschen von gewaltbereiten Personen bedroht, mitten in Seehausen und im Seehäuser Wald. Dazu war bisher von keinem der Bürgermeister etwas zu hören. Wieso regen sich die Bürgermeister nicht auch darüber auf und stellen öffentlich klar, dass Gewaltandrohung gegen Menschen in unserem Rechtsstaat nicht akzeptiert wird?

Der Landrat Patrick Puhlmann bemüht sich um Deeskalation und Dialog, und um eine gewaltfreie und einvernehmliche Lösung. Dafür gebührt ihm Respekt.

Die jungen Aktivist*innen im Seehäuser Waldcamp setzen sich mit hohem persönlichen Einsatz für den Klimaschutz ein. Sie behandeln den Wald, den sie schützen wollen, sehr pfleglich und gehen achtsam damit um. Es geht ihnen darum, ins Gespräch mit der Politik zu kommen, um für unser aller Zukunft eine gute, klimagerechte Lösung zu finden. Dabei werden sie von vielen Einwohner*innen unterstützt, die gekochtes Essen ins Camp bringen, warme Kleidung, Planen gegen den Regen und anderes mehr. Die evangelische Kirche hat an der Kirche in Losse ein Zelt aufgestellt, damit die Waldcamper*innen eine wettergeschützte Kochmöglichkeit außerhalb vom Wald haben.

Hier braucht es von unseren Bürgermeister*innen keine Aufforderung zum harten Durchgreifen ohne Rücksicht auf Gesetze und Verhältnismäßigkeit, sondern die Bereitschaft, eine politische Entscheidung, die vor über 20 Jahren getroffen wurde, auch mal zu überdenken, ob sie noch in unsere heutige Zeit passt. Das sind wir der jüngeren Generation schuldig.

 

 

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