Pressemitteilung: Botschaft für Schweineanlage in Wasmerslage

Folgende Pressemitteilung haben die Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking und unser Osterburger Stadtrat David Elsholz herausgegeben:

Was tun, wenn es brennt? – Brandschutz funktioniert nicht
Ställe in Mecklenburg-Vorpommern abgebrannt – Schweine verenden in den Flamme

Am 30. März sind in Mecklenburg-Vorpommern die Mega-Schweineställe Alt Tellin der LFD Holding mit
rund 60.000 Tierplätzen niedergebrannt. Ein Großteil der Schweine ist in den Flammen verendet.
Dorothea Frederking, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und David Elsholz, bündnisgrüner
Stadtrat in der Hansestadt Osterburg hatten seit Jahren mit Blick auf den Umbau und die Erweiterung der
zur LFD Holding gehörenden Schweinehaltungsanlage in Wasmerslage die Haltung von vielen Tieren auf
engstem Raum in riesigen Ställen kritisiert und auf die vielfältigen Gefahren hingewiesen.

Elsholz: „Die furchtbaren Bilder aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen einmal wieder deutlich auf, dass
diese Tierfabriken zur qualvollen Todesfallen werden können. Das gilt auch für die
Schweinehaltungsanlage in Wasmerslage. Für mich ist klar: So wie die Anlage in Wasmerslage jetzt
konzipiert ist, darf sie niemals kommen. Das sind wir den Tieren als fühlende Mitgeschöpfe schuldig.“

Frederking: „Ställe, zu denen auch die Anlage in Wasmerslage zählt, sind eine Katastrophe und bei Brand
eine Falle für die Tiere. Wir wissen, dass in solchen Ställen die Tiere nicht gerettet werden können. Das
ergibt sich zum einen aus Antworten der Landesregierung auf Kleine Anfragen von mir. Zum anderen hat
selbst die damalige Straathof Holding bei einem Erörterungstermin zu ihrer Anlage in Gladau die
unzureichende Tierrettung im Brandfall bestätigt. Deshalb hatte ich auch mit einer Einwendung zur
Erweiterung der Schweinehaltung in Wasmerslage die Gewährleistung des Brandschutzes gefordert. Eine
Anlage ohne Tierrettung im Brandfall darf es nicht mehr geben.“

Elsholz ergänzt: „Alt Tellin hat wieder einmal gezeigt, dass in industriellen Tierhaltungsanlage die Tiere
nicht im Vordergrund stehen und man in Kauf nimmt, dass diese in Rauch und Flammen elendig zugrunde
gehen. In Wasmerslage soll eine Tierfabrik für rund 46.000 Absatzferkel entstehen. Dort kann von art und
tierwohlgerechter Haltung keine Rede sein. Deshalb war der ungenügende Brandschutz ein Aspekt
bei der Klage der Hansestadt Osterburg gegen das für Genehmigung zuständige Landesverwaltungsamtes.

Auch wenn der Klageweg der Hansestadt Osterburg nun nach dem Stadtratsbeschluss vom 16 März
weitergehen kann, um ein mögliches Berufungsverfahren gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes
Magdeburg zu ermöglichen, bleiben viele Aspekte nicht berücksichtigt. Hochwasserschutz und
Brandschutz können hier abschließend nur theoretisch möglich sein, in der Praxis wirft es einige Fragen
auf. Auch die Mehrbelastung durch den Verkehr ist nicht zu Ende gedacht. Hier steht der technische
Zustand der Straßen vor dem Wohl von Tieren und Menschen.“